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In einem akuten Notfall wird die Notfallseelsorge durch den Rettungsdienst oder die Polizei über die zuständigen Rettungsleitstellen angefordert. Eine direkte Beauftragung durch Privatpersonen ist in der Regel nicht vorgesehen, um die Koordination mit den Rettungskräften vor Ort sicherzustellen.


Der Schutz der Betroffenen steht für uns an erster Stelle: Das Notfallseelsorge-Team unterliegt der gesetzlichen Verschwiegenheitspflicht. Unser Beistand ist für die Betroffenen grundsätzlich kostenfrei.


Um unseren professionellen Standard dauerhaft zu gewährleisten, treffen sich die Teams regelmäßig zu Einsatznachbesprechungen, Supervisionen und Fortbildungen. So stellen wir sicher, dass unsere ehrenamtlichen Helfer bestmöglich auf die schwierigen Situationen vorbereitet sind.


1. SOS Bevölkerung  

Die Notfallseelsorge selbst ist nicht direkt erreichbar. Um die Koordination am Einsatzort zu gewährleisten, werden wir im Bedarfsfall ausschließlich durch den Rettungsdienst oder die Polizei angefordert.


Wenn Sie jetzt sofort direkte Hilfe in einem medizinischen Notfall oder einer Gefahrensituation benötigen, wählen Sie bitte umgehend:


Notruf: 112    Polizei: 110

Haben wir Sie übersehen?

In der Hektik eines Einsatzes kann es vorkommen, dass Ersthelfende oder indirekt Betroffene am Einsatzort nicht unmittelbar wahrgenommen werden. Sollten Sie erst nach Abschluss der Rettungsmaßnahmen feststellen, dass Sie akuten Beistand benötigen, können Sie diesen über die Integrierte Leitstelle Harz anfordern:


Wählen Sie die Nummer: (03941) 69 99 9


Geben Sie das Stichwort „Notfallseelsorge“ sowie den Ort und die Art des vorangegangenen Einsatzes an. Die Leitstelle prüft die Situation und kann bei Bedarf auch nachträglich ein Team zur Krisenintervention entsenden.


Für dringende seelsorgliche Gespräche außerhalb eines Blaulichteinsatzes erreichen Sie die Telefonseelsorge (kostenfrei und rund um die Uhr):      0800 / 111 0 111 oder 0800 / 111 0 222


Mögliche Reaktionen auf ein belastendes Erlebnis

Außergewöhnlich belastende Erlebnisse wie der plötzliche Tod eines nahestehenden Menschen, Unfälle, Gewalterfahrungen oder Katastrophen rufen bei fast allen Menschen vorüber-gehend starke Reaktionen und Gefühle hervor. Diese sind eine natürliche Antwort des Körpers und der Seele auf das Unfassbare.


Häufige Reaktionen sind:


  • Körperlich: Starke Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Nervosität  und Schreckhaftigkeit.
  • Gefühlsebene: Niedergeschlagenheit, starke Stimmungsschwankungen, Angst, Schuldgefühle oder ein Gefühl der Sinnlosigkeit und Hoffnungslosigkeit.
  • Gedanken & Konzentration: Ratlosigkeit, Orientierungslosigkeit,    Erinnerungslücken, Konzentrationsprobleme sowie quälende Bilder    (Flashbacks) oder Albträume.
  • Im Alltag: Schwierigkeiten, einfachste alltägliche Handlungen auszuführen.

Wichtig: 

All diese Reaktionen sind normale Antworten auf ein unnormales Ereignis. In der Regel lassen sie nach wenigen Tagen nach und verschwinden innerhalb weniger Wochen ganz. Sollten die Beschwerden jedoch länger anhalten oder sich verschlimmern, scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe (z. B. durch einen Arzt oder Therapeuten) zu suchen.


Was Sie jetzt für sich tun können

Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen, um das Geschehene zu verarbeiten. In den kommenden Tagen ist es besonders wichtig, dass Sie verstärkt auf Ihre momentanen Bedürfnisse achten.


Einige Empfehlungen für die erste Zeit:


  • Ruhe gönnen: Erlauben Sie sich Pausen und Rückzugsmöglichkeiten.
  • Reden oder Schweigen: Sprechen Sie mit vertrauten Personen über Ihre Gefühle, wenn Ihnen danach ist. Es ist aber genauso in Ordnung zu schweigen, wenn Sie gerade nicht reden möchten.
  • Vertrautes tun: Verbringen Sie Zeit mit Dingen, die Ihnen normalerweise gut tun und Ihnen Sicherheit geben.
  • Struktur finden: Versuchen Sie, sobald als möglich zu einem gewohnten Alltagsablauf zurückzukehren. Routine gibt Halt.
  • Medizinische Unterstützung: Sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt über mögliche körperliche oder psychische Entlastungen.
  • Keine Scheu vor Hilfe: Zögern Sie nicht, professionelle psychologische oder seelsorgliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn die Last zu schwer wird.


Was Sie als Angehörige und Freunde tun können

Das Verständnis und der Beistand aus dem sozialen Umfeld sind entscheidend dafür, dass Betroffene ein belastendes Erlebnis besser verarbeiten können. Oft hilft schon das bloße Gefühl, nicht allein zu sein.


Sie können aktiv helfen, indem Sie:


  • Zuhören: Geben Sie dem Erlebten Raum, ohne sofort Ratschläge erteilen zuwollen.
  • Schweigen respektieren: Drängen Sie niemanden zum Reden. Manchmal ist stilles Dasein die größte Hilfe.
  • Zeit schenken: Signalisieren Sie Präsenz und Geduld.
  • Gefühle ernst nehmen: Jede Reaktion hat ihre Berechtigung – vermeiden Sie Sätze wie „Das wird schon wieder“.
  • Praktisch unterstützen: Helfen Sie bei organisatorischen Dingen (Einkaufen, Telefonate, Haushalt), um Entlastung zu schaffen.
  • Struktur bieten: Unterstützen Sie dabei, Schritt für Schritt in einen  gewohnten Tagesablauf zurückzufinden.
  • Ermutigen: Falls die Belastung zu groß bleibt, bestärken Sie die Betroffenen darin, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.


2. SOS Einsatzkräfte

Der Weg zur Unterstützung

Die Notfallseelsorge selbst ist nicht direkt erreichbar, sondern wird im Bedarfsfall von Rettungsdienst und Polizei angefordert. Wenn Sie als Einsatzkraft nach einem belastenden Ereignis sofort direkte Hilfe benötigen, wenden Sie sich bitte über Ihre eigene Dienststelle an das zu-ständige PSU-Team (Psychosoziale Unterstützung) oder das Einsatznachsorgeteam (ENT).


Reaktionen auf belastende Einsätze

Außergewöhnlich belastende Erlebnisse – wie Einsätze mit Kindern, schwere Unfälle, Gewalt gegen Einsatzkräfte oder Katastrophen – können auch bei erfahrenen Helfern vorübergehend starke Reaktionen hervorrufen


Belastungsreaktionen im Dienst

Auch bei erfahrenen Kräften können nach belastenden Einsätzen (z. B. Unfälle mit Kindern, Gewalt gegen Einsatzkräfte oder Großschadenslagen) folgende Symptome auftreten:


  • Eingeschränkte Handlungsfähigkeit: Schwierigkeiten, alltägliche Handlungen auszuführen.
  • Emotionale Belastung: Niedergeschlagenheit, starke Stimmungsschwankungen, Angst, Schuldgefühle oder ein Gefühl der Sinnlosigkeit.
  • Körperliche Stresszeichen: Nervosität, Schreckhaftigkeit, Appetitlosigkeit, starke Müdig-keit oder Schlafstörungen.
  • Kognitive Reaktionen: Ratlosigkeit, Orientierungslosigkeit, Erinnerungslücken oder Konzentrationsprobleme.
  • Wiedererleben: Quälende Erinnerungen, Bilder (Flashbacks) oder Albträume.



Wichtig für den Dienstalltag:

All diese Reaktionen sind normal. Sie sind kein Zeichen mangelnder Belastbarkeit oder fehlender Professionalität. Üblicherweise lassen diese Symptome nach wenigen Tagen nach und verschwinden innerhalb weniger Wochen ganz.


Die Gespräche mit den PSU- / SbE-Teams finden in einem geschützten Rahmen statt und unterliegen der strengen Vertraulichkeit. Informationen werden nicht an Dienstvorgesetzte oder die Personalakte weitergegeben

Selbsthilfe nach belastenden Einsätzen 

Nehmen Sie sich die notwendige Zeit, um das Erlebte zu verarbeiten. Achten Sie in den Tagen nach dem Einsatz verstärkt auf Ihre momentanen Bedürfnisse.


Empfehlungen für die erste Zeit:


  • Ruhe gönnen: Geben Sie Körper und Geist die nötige Erholung.
  • Vertrauen nutzen: Sprechen Sie mit vertrauten Personen oder Kameraden über Ihre Gefühle – aber nur, wenn Ihnen danach ist.
  • Schweigen ist okay: Es besteht kein Zwang zu reden. Respektieren Sie Ihr eigenes Bedürfnis nach Rückzug.
  • Ressourcen nutzen: Verbringen Sie Zeit mit Dingen, die Ihnen normalerweise guttun und Kraft geben.
  • Alltagsstruktur: Versuchen Sie, sobald als möglich zu Ihrem gewohnten Alltagsablauf zurückzukehren. Struktur ist ein wichtiger Anker.
  • Ärztlicher Rat: Sprechen Sie bei Bedarf mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt über mögliche körperliche oder psychische Entlastungen.
  • Professionelle Hilfe: Zögern Sie nicht, psychologische oder seelsorgliche Hilfe (SbE / PSU-Teams) in Anspruch zu nehmen. Das ist ein Zeichen von Professionalität, nicht von Schwäche.



Tipps für Angehörige und Freunde von Einsatzkräften


Das Verständnis von Familie und Freunden trägt maßgeblich dazu bei, dass Einsatzkräfte belastende Erlebnisse aus dem Dienst besser verarbeiten können. Oft hilft schon das bloße Gefühl, nicht allein zu sein.


Sie können aktiv unterstützen, indem Sie:


  • Aktiv zuhören: Geben Sie dem Erlebten Raum, ohne den Druck aufzubauen, sofort Lösungen finden zu müssen.
  • Schweigen respektieren: Drängen Sie nicht auf Details. Viele Einsatzkräfte müssen das Erlebte erst im Stillen für sich sortieren.
  • Sich Zeit nehmen: Signalisieren Sie Präsenz und Geduld, auch wenn die Person sich kurzzeitig zurückzieht.
  • Gefühle ernst nehmen: Akzeptieren Sie Stimmungsschwankungen oder Erschöpfung als Teil der Verarbeitung.
  • Praktisch unterstützen: Helfen Sie bei alltäglichen Dingen (Haushalt, Einkäufe), um für nötige Ruhephasen nach dem Dienst zu sorgen.
  • Routine fördern: Unterstützen Sie dabei, Schritt für Schritt wieder in den gewohnten Tagesablauf abseits des Blaulichts zurückzufinden.
  • Ermutigen: Falls die Belastung über Wochen anhält, bestärken Sie die Person darin, die organisationsinternen Hilfsangebote (SbE/PSU) oder professionelle Hilfe in Anspruch nehmen